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Freitag, 21. Oktober 2016

Winterreise - "Gute Nacht"



Fremd bin ich eingezogen,
Fremd zieh' ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß.
Das Mädchen sprach von Liebe,
Die Mutter gar von Eh', -
Nun ist die Welt so trübe,
Der Weg gehüllt in Schnee.


Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit,
Muß selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit,
Und auf den weißen Matten
Such' ich des Wildes Tritt.


Was soll ich länger weilen,
Daß man mich trieb hinaus ?
Laß irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus;
Die Liebe liebt das Wandern -
Gott hat sie so gemacht -
Von einem zu dem andern.
Fein Liebchen, gute Nacht !


Will dich im Traum nicht stören,
Wär schad' um deine Ruh'.
Sollst meinen Tritt nicht hören -
Sacht, sacht die Türe zu !
Schreib im Vorübergehen
Ans Tor dir: Gute Nacht,
Damit du mögest sehen,
An dich hab' ich gedacht.



- Wilhelm Müller, Franz Schubert






Kommentare:

  1. Die Winterreise ist wunderschön. Den ganzen Winter über - und oft noch länger - hatte ich beim Blick aus dem Bahnfenster, bei der kurzen Wanderung zum Bahnhof... diese Lieder im Ohr.

    Liebe Grüße
    Jakob

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    1. Das ist interessant! Diese Lieder folgen mir meistens an kalten Tagen und sie gehen einfach nicht aus den Kopf.

      LG

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